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Quelle: R. Scotese Prof. Dr. W. Steiner Deutsche Bearbeitung und Ergänzung L. Beckmann ©Wetterservice |
Das Klima im Silur vor 420 Millionen Jahren
Klima: Ein tropisches Flachmeer mit unzähligen Korallenriffen erstreckte sich unter einen azurblauen Himmel über weite teile Nordamerikas und Nordeuropa. Auf dem Südpol gab es gelegentliche kurzfristige Vereisungen in den Wintermonaten. Das Festland war teilweise sehr trocken und absolut pflanzenlos. Das warme Klima führt wie im Ordovizium zu weiträumigen Meeresüberflutungen. Als Zeugen für ein entsprechendes Klima sind ausgedehnte Salzablagerungen im Bereich der äquatorialen Kontinente (Nordamerika, Sibirien) sowie mächtige Riff-Ablagerungen in den warmen Flachmeeren (Gotland, Australien) anzusehen. Tektonik: Die Verteilung der Kontinente ähnelt im wesentlichen der im Ordovizium. Afrika driftet nach Norden, so daß der Südpol nach Südwestafrika wandert. Ur-Nordeuropa und LAURENTIA driften in Höhe des Äquators aufeinander zu und kollidieren im oberen Silur, wobei die Ablagerungen des Kaledonischen Meeres zu Gebirgen aufgefaltet werden (Schottland, Norwegen, West-Schweden). Der dabei entstandene Großkontinent EURAMERIKA bleibt für nahezu 300 Millionen Jahre, bis zum Ende des Mesozoikums, bestehen. Der Äquator verläuft quer durch Nordamerika, Grönland, Norwegen und den Südosten Europas. Die Kontinente der Norderde liegen vorwiegend oberhalb des Äquators, der Nordpol im Pazifik. In der durch weitere Schließung des IAPETUS-Ozeans gebildeten, jetzt flachen Synklinale entstehen ausgedehnte Korallenriffe. Während der anschließenden tektonischen Hebung des Gebietes wird das Flachmeer mit riesigen Mengen an rotem Verwitterungsschutt der angrenzenden Festländer gefüllt. Südeuropa und Nordafrika sind weiterhin vom Meer bedeckt (Kalkablagerungen in den Alpen, in Spanien, Portugal und Nordafrika). Westlich der sich hebenden Appalachen wird Nordamerika ebenfalls von einem flachen Schelfmeer bedeckt (Kalkablagerungen, Korallenriffe). Gegen Ende des Silurs zieht sich das Meer jedoch zurück und es kommt zur Bildung ausgedehnter Salzablagerungen. Am Ostrand Australiens erstreckt sich eine über 2500 Kilometer lange Korallenriff-Zone. Die kaledonische Orogenese erfasst weite Teile West- und Nordeuropas (Schottland, Schweden, Norwegen) sowie Nordamerika, Grönland und Spitzbergen.
Europakarte vor 425 Millionen Jahren
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