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Quelle: R. Scotese Prof. Dr. W. Steiner Deutsche Bearbeitung und Ergänzung L. Beckmann ©Wetterservice |
Das Klima im mittleren Ordovzium vor 480 Millionen Jahren
Das Klima: war sehr warm und tropisch feucht, weltweit. Vielleicht sogar die wärmste Klimaepoche unseres Planeten. Quer durch alle Kontinente erstreckten sich breite tropische Meeresarme. Die Pole waren ganzjährig eisfrei. In LAURENTIA und SIBIRIA herrscht überwiegend tropisches Klima. Hier bilden sich erste Korallen-Riffrasen aus. In den flachen Lagunen wird Meerwasser eingedampft, so dass sich Dolomit-Gips-Salz-Folgen (Evaporite) abscheiden. Der Südpol liegt im Nordwesten Afrikas. Gletscherspuren im östlichen Südamerika bzw. westlichen Afrika belegen eine Inlandsvereisung. Im Osten von Nordamerika enthalten die im jüngeren Ordovizium entstandenen, mächtigen Deltasandsteine Hinweise auf erste echte Landorganismen (fossile Böden und Pflanzenreste). Auf diese warme Periode folgen gegen Ende des Ordoviziums vier Eiszeiten. Tektonik: Die Südkontinente bilden einen geschlossenen Großkontinent, der von den nördlichen Kontinenten durch einen relativ breiten Ozean (Paläotethys) getrennt wird. BALTICA und Teile von Mitteleuropa vereinigen sich im ausgehenden Ordovizium zu Ur-Nordeuropa. Mit Beginn der kaledonischen Orogenese schließt sich der zwischen Nordamerika und Europa befindliche Ur-Atlantik (IAPETUS). Mitteleuropa wird vom flachen Wasser des TORNQUIST-Meeres und vom tiefen Wasser der PALÄOTETHYS umschlossen, während Südeuropa im Bereich eines sehr tiefen Meeresbeckens liegt. Weite Teile Osteuropas und Asiens liegen im Bereich des Äquators. Im Bereich des späteren Urals bildet sich ein großer Sedimentationstrog (Geosynklinale). Im Westen und Norden Nordamerikas führen Transgressionen zu einer kurzfristigen Überflutung.
Europakarte vor 450 Millionen Jahren
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